So nutzen Sie den neuen Trend in der Personalgewinnung

Soziale Netzwerke sind der (virtuelle) Ort, wo Menschen sich immer länger aufhalten. Daher ist es naheliegend, dort auch nach neuen Mitarbeitern zu suchen. Die HR-Abteilungen haben die Bedeutung von Social Media als Recruiting-Kanal erkannt – die Tipps zur Umsetzung bekommen Sie hier.

Xing, LinkedIn, Facebook: Personalsuche auf neuen Wegen

Ein Drittel der Unternehmen benötigt 2 Monate, bis eine offene Stelle besetzt ist; ein Viertel benötigt sogar 3 Monate. Diese Zahlen stammen aus dem Recruiting Report 2018 des Fachmagazins „personal manager“ aus einer Umfrage im DACH-Raum.

Angesichts dieser langen Zeiträume war die nächste Frage, wie neue Mitarbeiter gesucht und gefunden werden (Mehrfachnennungen möglich): 78% inserieren in Jobbörsen, gefolgt von 71% die auf Empfehlungen von Mitarbeitern vertrauen; im Mittelfeld liegen mit 42% Inserate oder Kampagnen in sozialen Netzwerken – im Vergleich dazu waren es 2017 nur 30%, das zeigt einen signifikanten Trend in Richtung Social Recruiting, also der Nutzung von sozialen Netzwerken für die Suche nach neuen Mitarbeitern.

Der Blick in die Zukunft bestätigt diesen Trend, denn auf die Frage „Welchen Kanal wird Ihr Unternehmen in Zukunft stärker nutzen?“ wird der Social Media Kanal an erste Stelle gesetzt, und zwar:

  • 42% möchten soziale Netzwerke wie Xing, LinkedIn und Facebook künftig stärker für die Recherche nach Kandidaten nutzen (2017: 26%).
  • 38% möchten Inserate in sozialen Netzwerken schalten (2017: 35%).

In beiden Fällen steht im Vergleich der Netzwerk-Plattformen Xing an der Spitze, LinkedIn holt jedoch auf, an dritter Stelle relativ weit abgeschlagen rangiert Facebook.

Es ist Zeit, die Recruiting-Werkzeuge um soziale Netzwerke zu erweitern und potenzielle Kandidaten dort anzusprechen, wo sie sich immer häufiger befinden, speziell wenn es um die Generation der Millennials geht. „Dabei sein ist alles“ ist allerdings die falsche Strategie: Wer online in Netzwerken erfolgreich sein will, sollte eine Marke haben um aufzufallen und durch interessante Inhalte im Gespräch bleiben.

Die Basis: Auch Ihr virtuelles Unternehmen muss sichtbar sein

Employer Branding: Erstellen Sie auf Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn eine Unternehmens-Webseite. Hier geht es um Ihre Marke, also das Employer Branding: Unternehmenswerte und der Nutzen für Mitarbeiter sowie potenzielle Kandidaten stehen im Mittelpunkt. Fragen Sie sich – am besten zusammen mit Marketing – wo speziell die Werte Ihres Unternehmens liegen, z.B. im Hinblick auf Umweltschutz. Überlegen Sie die passende Ansprache (Tonalität) und sprechende Bilder, denn gerade Millennials wollen mit ihrem Arbeitgeber auch emotional verbunden sein.

Im Gespräch bleiben: Mit regelmäßigen Neuigkeiten können Sie gezielt Informationen verbreiten und Interesse für bestimmte Themen wecken. Veraltete Posts bewirken das Gegenteil, es ist also unerlässlich, für die Präsenz auf Social Media Ressourcen vorzusehen. Ob und wie Ihre Nachrichten ankommen, erkennen Sie an Likes und Kommentaren.

Qualität punktet: Teilen Sie Content, der einen Wert hat, nur dann wird er weiter geteilt und geht viral. Überlegen Sie sich, welche Fragen Sie mit qualitativ hochwertigen Inhalten beantworten können und nutzen Sie dazu Videos, Bilder, Blogs oder „How to“-Anleitungen.

Auf diese Weise können Sie eine Community aufbauen, mit der Sie in Kontakt und im Gespräch bleiben. Und Ihr Unternehmen ist für potenzielle neue Mitarbeiter sichtbar.

Social Recruiting: Viele Wege führen im Netzwerk zum Ziel

Matching: Wenn Sie Ihre Stellenausschreibungen in sozialen Netzwerken veröffentlichen, profitieren Sie vom Matching. Dabei werden Schlüsselwörter Ihrer Anzeige mit Mitgliederprofilen abgeglichen und so bekommen potenzielle Kandidaten Ihre Stellenausschreibung automatisch angezeigt.

Empfehlungen: 71% der Unternehmen nützen bei der Personalsuche Empfehlungen durch ihre Mitarbeiter, ist das Ergebnis der Studie des „personal manager“. Soziale Netzwerke bieten Ihnen dazu den perfekten Multiplikator. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über Ihre Social Recruiting Strategie: Wenn diese besten Botschafter Ihre Posts teilen und persönlich empfehlen, sind Sie um ein Vielfaches erfolgreicher.

Direkte Ansprache: Suchen Sie selbst aktiv in Xing oder LinkedIn nach passenden Kandidaten. Ihr Vorteil: Sie können den Lebenslauf mit den wichtigsten beruflichen Stationen und Skills direkt sehen und sich ein Bild des Kandidaten machen, ohne ihn vorab betreffend seines Lebenslaufs ansprechen zu müssen.

Bei Karrierenetzwerken wie Xing oder LinkedIn lohnt es, Kandidaten direkt anzusprechen – dabei sollten Sie immer eine persönliche Nachricht mitschicken.

Talente-Pool: Werden Sie auf verschiedenen Plattformen Mitglied in zu Ihrem Unternehmen passenden branchenspezifischen Gruppen, oder in aufgabenorientierten Gruppen wie Vertrieb. Dort präsentieren sich Talente mit ihren Skills, diese können Sie bei passender Gelegenheit ansprechen.

Von kostenlos bis kostenpflichtig: Sofern Sie keine bezahlten Stellenanzeigen buchen, ist das Veröffentlichen von Jobangeboten auf Ihrem Unternehmensprofil in sozialen Netzwerken kostenlos und daher gerade für kleinere Unternehmen interessant. Kostenpflichtige Varianten auf Xing, LinkedIn und Facebook ermöglichen es Ihnen hingegen, Ihre Zielgruppe genau zu adressieren und die Reichweite zu erhöhen.

Der nächste Schritt: Mobile Recruiting

One Click – die online Welt macht Tempo: Mit einem Klick möchten wir alle relevanten Informationen sehen oder eine Bestellung durchführen. Das wird künftig auch den Recruiting-Prozess betreffen. Konsequent weitergedacht sollten Sie potenziellen Kandidaten daher ermöglichen, sich einfach zu bewerben, indem diese ihre vorhandenen sozialen Profile nutzen können. Das sog. Mobile Recruiting mit einer entsprechend für mobile Geräte optimierten Unternehmens-Webseite gewinnt in diesem Zusammenhang an Bedeutung.

Dazu nochmals Zahlen aus der Studie des „personal manager“. Auf die Frage „Welche Bewerbungsmedien erwarten Sie, dass Bewerber in Zukunft verstärkt nutzen werden“ antworten die befragten Unternehmen:

  • 65% One-Click Bewerbungen per Smartphone oder Tablet
  • 56% Bewerbungsformular im Internet
  • 50% E-Mail
  • 1% Papier

Laut der Job-Plattform monster.de machen sich auch die Kandidaten für Mobile Recruiting bereit. 55% haben alle für eine Bewerbung notwendigen Daten auf ihrem Endgerät, das entspricht einer Steigerung von 15 Prozentpunkten zum Vorjahr. Social Recruiting ist eindeutig auf dem Stellenmarkt angekommen.

Beitrag teilen Facebook Twitter LinkedIn XING

Weitere Artikel

22. August 2019 Die EU-Richtlinie zum Whistleblowing aus arbeitsrechtlicher Sicht

Die EU-Richtlinie zum Whistleblower Schutz ist noch nicht in Kraft, es ist allerdings empfehlenswert, sich mit Grundlagen rechtzeitig vertraut zu machen, speziell in Bezug auf nationales Recht. In Österreich betrifft dies vor allem das Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG). Noch ist nicht abzusehen, ob der österreichische Gesetzgeber Änderungen resp. Anpassungen beschließen wird, wir bringen Ihnen einen ersten Überblick, worauf beim Einrichten von Meldesystemen zu achten sein wird. Es geht dabei um Betriebsvereinbarungen und die Zustimmung des Betriebsrats, bzw. jedes Mitarbeiters.

6. März 2019 Arbeitsrecht: Die Beendigung des Dienstverhältnisses im Krankenstand – Teil 2

Der erste Teil dieser Serie hat Grundlagen erklärt: Wann ist eine Kündigung zulässig. Worauf ist bei der Zustellung im Krankenstand zu achten. Wie ist die neue Rechtslage bei der Entgeltfortzahlung, sowohl bei Kündigung, als auch bei einvernehmlicher Trennung.
In diesem zweiten Teil geht es um die Kündigungsanfechtung und um die Abgrenzung zur Behinderung, wiederum illustriert durch Beispiele und Tipps.

14. Oktober 2019 Automatisierung im Personalwesen

Die Digitalisierung von Unternehmensprozessen und in diesem Zusammenhang insbesondere die Automatisierung von Abläufen verändert die Arbeitswelt von Betrieben grundlegend. McKinsey schätzt, dass rund 30 Prozent aller Aufgaben in rund 60 Prozent aller Tätigkeitsfelder automatisiert werden könnten. Die Folge: Spürbare Zeitersparnisse und mehr Kosteneffizienz. Für Unternehmen bedeutet dies aber auch mehr Wertschöpfung. Denn Mitarbeiter können sich, von zeitraubenden Routinetätigkeiten befreit, Aufgaben zuwenden, die einen unmittelbaren Einfluss auf den Umsatz haben – und zwar quer über alle Unternehmensbereiche und -funktionen hinweg, von der Produktion bis hin zum Personalwesen.