Ein elektrischer Fuhrpark bringt viele Vorteile

Die Neuzulassungen des vergangenen Jahres zeigen, dass Unternehmen auf E-Autos umsteigen. Lesen Sie, wie sich diese Strategie rechnet: von der Bauweise des Elektromotors über Akku-Lebensdauer bis zu den Regelungen 2023 für Förderungen und Steuersparen.

Trend zu Elektroautos

Der KFZ-Markt ist in Bewegung, das zeigen die Zahlen der Statistik Austria:

  • Die PKW-Neuzulassungen waren mit 215.050 Autos im Jahr 2022 so niedrig wie schon lange nicht, ein Minus von 10,3% im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Gesamtzahl der KFZ-Neuzulassungen ging zurück, nämlich um 17,8%.
  • Einzig die Neuzulassungen von rein elektrisch betriebenen PKW erzielten über das Jahr
    2022 eine positive Bilanz mit einem Plus von 2,4%, damit haben sie einen Anteil von 15,9% an den Neuzulassungen erreicht.

Das Wachstum der e-Mobilität unterstreichen auch die Statistiken des Bundesverbands Elektromobilität (BEV), wenngleich der Anteil am Gesamtbestand der Fahrzeuge immer noch gering ist:

  • Mit Ende Dezember 2022 gibt es in Österreich 110.225 rein elektrisch betriebene PKW, das sind 2,1% des gesamten PKW-Bestands in Österreich.
  • Hierzulande gibt es rund 14.900 öffentliche Ladepunkte, die meisten davon sind in Niederösterreich, Wien und Tirol.

Firmenautos werden elektrisch

Die Zahlen der Statistik Austria zeigen weiters den hohen Anteil an Firmenautos, dabei wechselt der Fokus der Fuhrparks vom Diesel- nun auch zum Elektro-Antrieb:

  • Von allen PKW-Neuzulassungen im Jahr 2022 entfielen 66,0% auf juristische Personen, Firmen und Gebietskörperschaften und 34,0% auf Privatpersonen.
  • Bei den rein elektrisch betriebenen PKW war das Verhältnis stärker ausgeprägt: 78,8% juristische Personen, Firmen bzw. Gebietskörperschaften und 21,2% Privatpersonen. Bei Diesel ist das übrigens fast gleich, einzig Benzin-PKW werden fast zur Hälfte von Privatpersonen neu gekauft.

E-Technologie bringt wirtschaftliche Vorteile

Dass Unternehmen ihre Flotte auf elektrischen Betrieb aufrüsten, hat neben dem Umweltgedanken auch rechnerische Gründe.  Durch die einfache Bauweise des Elektromotors entstehen geringere Wartungskosten, so ist beispielsweise kein Ölwechsel mehr erforderlich. Es gibt weniger Verschleißteile als bei Verbrennungsmotoren, das spart ebenfalls Kosten in der Erhaltung des Fuhrparks. Die Autos müssen seltener in der Werkstatt und das vereinfacht den Betriebsalltag.

Einzig der Akku ist irgendwann zu ersetzen und der ist ein wesentlicher Kostenanteil eines E-Autos.  Doch laut Langzeit-Tests des ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobilclub) hat sich hier einiges getan: Im Gegensatz zu den simplen Akkus in unseren Smartphones sorgen die Autohersteller für ein intelligentes Batteriemanagement, um die Zellchemie zu schonen und damit die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Aufgrund der technischen Fortschritte hätten sich die meisten Hersteller mittlerweile auf eine Akkugarantie von 8 Jahren und 160.000 Kilometer geeinigt.

Wo die Beschäftigten beim Stichwort Akku umdenken müssen, ist beim Laden: statt eines Tankstopps ist nun diese Zeit einzuplanen. Am einfachsten ist es, wenn in der Firma die Ladeinfrastruktur zur Verfügung steht, so kann das Aufladen praktisch erfolgen, während man im Büro arbeitet. Für betriebliche Ladestellen gibt es übrigens Förderungen – die finden Sie im folgenden Abschnitt.

Kosten sparen mit Steuervorteilen und Förderungen

Das Klimaschutzministerium unterstützt auch heuer mit vielfältigen Maßnahmen und rund 95 Millionen Euro die E-Mobilität. Die vielen steuerlichen Begünstigungen für E-PKW bleiben 2023 weiterhin bestehen, wie die Sachbezugsbefreiung, die Vorsteuerabzugsfähigkeit, der Entfall der Normverbrauchsabgabe (NoVA) sowie der Entfall der motorbezogenen Versicherungssteuer.

Die Förderung für E-PKW läuft für Betriebe aus, ausgenommen davon sind soziale Einrichtungen, Fahrschulen, E-Carsharing und E-Taxis. Betrieblich gefördert werden Nutzfahrzeuge und Ladeinfrastruktur. Die Links zu den einzelnen Kategorien geben Ihnen alle Informationen, wer/was/wie gefördert wird. Generell gilt: Sie reichen um die Förderung in einem zweistufigen Verfahren ein, d.h. zuerst die Registrierung, dann der Antrag nach Umsetzung. Registrierungen sind – abhängig von den verfügbaren jeweiligen Budgetmitteln – bis 31.3.2024 möglich.

  • E-PKW für Betriebe 2023 für soziale Einrichtungen, E-Taxis, E-Carsharing und Fahrschulen (beschränkte Zielgruppe). Gefördert wird die Anschaffung von neuen Fahrzeugen mit Elektro- und Brennstoffzellenantrieb zur Personenbeförderung (Klasse M1) bzw. zur Güterbeförderung (Klasse N1 mit ≤ 2,0 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht) – alle Infos.
  • Elektro-Leichtfahrzeuge & E-Zweiräder für Betriebe 2023: Gefördert werden Elektro-Leichtfahrzeuge, Elektro-Mopeds und Elektro-Motorräder, die ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern betrieben werden – alle Infos.
  • E-Kleinbusse und E-Nutzfahrzeuge für Betriebe 2023: Gefördert werden Elektro-Kleinbusse sowie leichte Elektro-Nutzfahrzeuge, die ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern betrieben werden – alle Infos.
  • E-Ladeinfrastruktur für Betriebe 2023: Gefördert wird die Errichtung von E-Ladestellen (Standsäule bzw. Wallbox) für den betrieblichen Einsatz, an denen ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energieträgern als Antriebsenergie für Elektrofahrzeuge erhältlich ist – alle Infos.

Weiterführende Informationen des Klimaministeriums finden Sie im Leitfaden E-Mobilität für Betriebe und in den FAQ.

Fazit: Der Verkehr hat in Österreich einen hohen Anteil an den Gesamt-Emissionen und ist damit einer der einflussreichsten Bereiche, um gegen die Klimaerwärmung vorzugehen. Jedes Unternehmen kann mit dem Schritt zur E-Mobilität etwas zum Klimaschutz beitragen und gleichzeitig Kosten sparen.

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