Im Meldewesen bleibt kein Stein auf dem anderen

Die neue mBGM – die monatliche Beitragsgrundlagenmeldung – wird als die größte Änderung der letzten Jahrzehnte in der Sozialversicherung bezeichnet. Im ersten Teil unserer Serie erfahren Sie, was mit dem neuen Meldewesen auf Sie zukommt und was die Ziele sind. Kompetente Unterstützung ist dabei gefragt: diese bekommen unsere Kunden auch im Rahmen unserer Seminarreihe zur mBGM.

So war es bisher

Bis jetzt haben Sie das Lohnsummenverfahren für die Übermittlung der Sozialversicherungsbeiträge Ihrer Dienstnehmer angewendet. Dabei wird jeden Monat die Gesamtsumme für alle Beschäftigten je Beitragsgruppe übermittelt. Nur einmal pro Jahr wird jeder einzelne Dienstnehmer namentlich mit seiner Beitragsgrundlage angeführt. Der Abgleich der gemeldeten Gesamtsummen mit den Individualsummen erfolgt durch den SV-Träger im Nachhinein für das abgelaufene Jahr.

Die Ziele des neuen Meldewesens

Die mBGM ersetzt das alte Lohnsummenverfahren und die Beitragsgruppen. Damit soll ein zukunftssicheres, ausbaufähiges Meldesystem geschaffen werden, das Ihnen als Dienstgeber auch weniger Arbeit macht. Denn aufgrund zahlreicher gesetzlicher Änderungen sind Anzahl und Komplexität der Beitragsgruppen fast unüberschaubar geworden.

Die Administration wird vereinfacht, indem künftig weniger Meldungen erforderlich sind und Daten nicht mehrfach gemeldet werden müssen.

Bei der Berechnung der Pension liefert auch die mBGM die Grundlage. Dank aktueller Individual-Daten entstehen auch bei unterjährigem Pensionsantritt keine Nachverrechnungen.

Das ist neu ab 1. Jänner 2019

Vereinfachtes Tarifsystem: Das Tarifsystem der mBGM ist modular aufgebaut und besteht aus drei Bausteinen, so können künftige gesetzliche Änderungen leicht integriert werden:

  • Beschäftigtengruppe
  • Ergänzung (z.B. Nachtschwerarbeitsbeitrag)
  • Ab- oder Zuschläge (z.B. Beitragsentlastung für Neugründer)

Betrachten wir einen Vergleich der Meldungen am Beispiel eines Arbeiters „Normalfall“. So haben Sie bis jetzt nach dem Beitragsgruppenschema gemeldet:

(1) Beitragsgruppe=A1
(2) Arbeiterkammerumlage=J
(3) Wohnbauförderung=J
(4) IE‐Zuschlag=J
(5) Schlechtwetterentschädigungsbeitrag=N
(6) Nachtschwerarbeitsbeitrag=N

Und so lautet künftig Ihre wesentlich reduzierte Meldung nach dem neuen Tarifsystem:
(1) Arbeiter (EFZ‐Anspruch)

Nur mehr eine Meldung: Bis jetzt haben Sie an die Sozialversicherung monatlich den Gesamtbetrag pro Beitragsgruppe gemeldet, etwa für Ihre Angestellten aus D1 die Summe von EUR 100.000.- Am Jahresende mussten Sie mit zusätzlichen Meldungen alle Ihre Angestellten namentlich mit SV-Nummern und monatlichen Beträgen und den Jahressummen aufschlüsseln.

Mit Inkrafttreten der mBGM ändern sich Abrechnung und Berechnung. Sie melden jeden Mitarbeiter einzeln monatlich mit seiner Beitragsgrundlage; und Sie führen jeweils auch die Besonderheiten an, wie etwa geringfügiges Einkommen oder den Start-Up Bonus für ein neu gegründetes Unternehmen. Die namentliche Meldung am Jahresende entfällt daher, weil für jeden Mitarbeiter schon alle Daten monatlich aufgeschlüsselt beim SV-Träger vorliegen.

Clearingsystem ermöglicht zeitnahe Korrekturen

Das bekannte Programm ELDA für den sicheren Datenaustausch nützen Sie weiterhin für Ihre Meldungen. Diese werden jedoch sofort beim Eingang automationsunterstützt überprüft. Wird eine Differenz oder Unklarheit festgestellt, so erhalten Sie aus der neuen Clearing Datenbank gleich eine Rückmeldung; mühseliger Schriftverkehr oder Telefonate im Nachhinein bleiben Ihnen erspart.

Wir sind für Ihre Fragen da – Seminarreihe mBGM

Die mBGM erfordert aufgrund ihrer tiefgreifenden Änderungen rechtzeitige Maßnahmen. Es geht um zahlreiche Prozesse und in erster Linie um die Lohn-Software, die angepasst werden muss. Im nächsten Blog unserer Serie zur mBGM zeigen wir Ihnen, wie Sie sich als Lohnverrechner auf das neue Meldesystem optimal vorbereiten.

Lohnverrechnung ist Vertrauenssache. Unsere HR-Experten haben daher frühzeitig Informationen gesammelt, Tests durchgeführt und die gesetzlichen Änderungen in der Lösung Sage DPW umgesetzt. Dieses Wissen geben wir im Rahmen unserer Seminare an Sie weiter.

Hier können Sie als Kunde sich zum Seminar anmelden.

Beitrag teilen Facebook Twitter LinkedIn XING

Weitere Artikel

4. Dezember 2018 So setzen Sie den Familienbonus Plus in der Personalverrechnung um

Der Nationalrat hat im Sommer den Familienbonus Plus beschlossen, der ab 2019 zur Anwendung kommt. Wir haben Ihnen alle Infos für die korrekte Verrechnung zusammengestellt: Wie kann man den Familienbonus Plus in Anspruch nehmen, wie berechnet sich der Betrag und wie ist das mit Kindern, die im Ausland wohnen. Sie erfahren ebenso, was Sie in der Personalverrechnung an Unterlagen benötigen und erfassen müssen.

7. Juni 2019 Sicherheit geht vor

Die Digitalisierung verändert nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wirtschaft. Sie ist zwar eine große Herausforderung für viele Unternehmen, eröffnet aber auch völlig neue Möglichkeiten und Chancen – gerade für kleine und mittelständische Betriebe. Benötigte man hierfür noch vor wenigen Jahren komplexe und umfangreiche IT-Systeme, die sich nur Konzerne leisten konnten, stehen mittlerweile auch kleineren Betrieben leicht implementierbare, intuitiv bedienbare und kostengünstige Lösungen zur Verfügung. Unternehmen können damit ihre Abläufe spürbar effizienter gestalten und ihre Leistungsfähigkeit steigern.

5. November 2018 HR wird vom Verwalter zum Gestalter

Unternehmenswachstum ist auch in Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz nach wie vor das Ergebnis menschlicher Entscheidungen. Es sind die Mitarbeiter, die mit ihren Ideen und ihrem Wissen ein Unternehmen weiterentwickeln. Die Personalabteilung spielt insofern angesichts des Fachkräftemangels eine entscheidende Rolle für die Zukunft und den Fortbestand eines Betriebs. Auf einem Markt, auf dem Talente dringend gesucht werden, muss sich die HR-Abteilung öffnen und neu positionieren: Sie muss vom Verwalter zum Gestalter der entscheidenden Ressource Mensch werden.